Jul 25 2010
Welpen
Wer sich entscheidet, einem Malteserwelpen ein neues Zuhause zu schenken, sollte sich für die ersten Wochen Zeit nehmen. Idealerweise nimmt man sich für die ersten Wochen Urlaub. Hunde sind Rudeltiere, d. h. sofern Sie einer Arbeit nachgehen, bzw. den Hund nicht immer überall hin mitnehmen können, müssen Sie ihn schrittweise an das Alleinsein gewöhnen.
Die Entwicklung eines Welpen verläuft in verschiedenen Phasen ab:
Vegetative Phase
Die vegetative Phase beginnt mit der Geburt und endet mit dem Öffnen der Augen. Diese Periode wird vegetativ genannt, weil das Leben der Welpen von außen betrachtet im Wesentlichen aus Schlafen und einigen reflexhaften Bewegungen zu bestehen scheint. Der Welpe reagiert nur auf Berührungsreize und orientiert sich kriechend in Richtung von Wärmequellen. Das Kriechen lässt sich durch die Entwicklung des Nervensystems erklären, in dem vom vorderen Teil des Körpers nach hinten hin immer mehr Markscheiden entstehen; die vorderen Gliedmaßen können daher vor den hinteren bewegt werden.
Übergangsphase
Die Übergangsphase wird manchmal auch „Phase des
Erwachens”genannt und beginnt mit dem Öffnen der Augen (um den 10. bis 15. Tag). Sie endet, wenn der Welpe zu hören beginnt, d. h. auf Geräusche reagiert (vierte Woche). Auch wenn das Sehvermögen in diesem Stadium noch nicht voll ausgebildet ist, kann das Fortbestehen bestimmter Verhaltensweisen wie Wühlen zum Auffinden der Zitze oder Erforschen der Umwelt durch Tasten auf Störungen der Sehkraft hinweisen. In dieser Phase wagen die Welpen normalerweise erstmals die Erkundung der Umgebung, beginnen zu spielen, verstärken die Bindung an die Mutter und erkennen ihre Geschwister wieder (Prägung). Der Halter kann von der Übergangsphase der Welpen profitieren, um sie an die menschliche Gesellschaft und an den Menschengeruch zu gewöhnen, indem er mit ihnen spielt und sie vorsichtig hochnimmt.
Prägungsphase
Augen, Nase und Ohren sind nun voll entwickelt. In dieser Zeit lernt der Welpe im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken (Menschen,
Geräuschen, optischen Eindrücken etc.) umzugehen. Er nimmt seine Umfeld bewusst wahr und lernt seine Sozialpartner kennen. Im Spiel mit seinen Wurfgeschwistern lernt er seinen sozialen Rang zu finden und sich und die anderen auszutesten. In dieser Zeit wird seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt. Wird in dieser zeit ein Welpe isoliert gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen gebracht, kommt es mit größer Wahrscheinlich später zu Sozialisierungsproblemen die man nur noch schwer aufarbeiten kann.
Sozialisierungsphase
Wie der Name schon sagt, lernen die Welpen in dieser Phase die Regeln des sozialen Lebens. Sie wird eingeleitet von einer Attraktionsphase (in der sie vor nichts Angst haben), auf die in der Regel eine Aversionsphase folgt (Angst vor allem Unbekannten). Die Welpen entwickeln zunehmend komplexere Kommunikationsfähigkeiten und erwerben ein erstes Hierarchieverständnis, indem sie mütterliche Verweise und Geruchssignale
sowie durch die Körperhaltung ausgesandte Signale interpretieren lernen. Wenn aus Zeitmangel oder ungenügender Beobachtung die Attraktionsphase eines Welpen (normalerweise in der 3. bis 9. Woche) nicht genutzt wird, um ihn an seine Umgebung zu gewöhnen, ist es in der Folge viel schwieriger, ihm einmal angenommene schlechte Angewohnheiten wieder abzugewöhnen.
In dieser extrem sensiblen Phase ist der Hund am ehesten zu beeinflussen; sie kann daher genutzt werden, um
- den Kontakt zum zukünftigen Eigentümer zu fördern (besonders zu Kindern), wenn es sich um einen Gesellschaftshund handelt, sowie mit Personen und Tieren, mit denen der Hund später reibungslos zusammenleben soll (Briefträger, Katzen, Schafe);

- den Welpen an Reize zu gewöhnen, die im späteren Leben zu erwarten sind (Lärm, Geruch von Arbeitskleidung;
- das Spielverhalten der Welpen untereinander zu fördern und diejenigen zu sanktionieren, die die Stärke des Zubeißens noch nicht kontrollieren können;
- das Verhalten der Welpen zu beobachten, um später für jeden einen dem Charakter entsprechenden Besitzer zu finden. Tendenzen zu dominantem Verhalten zeigen sich bereits in dieser Epoche im Spiel, bei Imitationen des erwachsenen Sexualverhaltens und beimFuttervorrecht.
Alle in dieser Zeit, durch falsche Behandlung erfahrenen Unsicherheiten und Ängste sind nach dieser Phase kaum mehr rückgängig zu machen und wirken in der Hundeseele sein ganzes Leben nach.
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